Studierende erforschen den Nachthimmel: Die Sternwarte der Universität Bayreuth wird eröffnet
Nach knapp einem Jahr Bauzeit, der Inbetriebnahme des Teleskops und des wissenschaftlichen Equipments, einer ausgiebigen Testphase und zuletzt dem Erstellen von Tutorials zur Fernsteuerung der Sternwarte ist es endlich soweit: Die Sternwarte der Universität Bayreuth wird offiziell eröffnet.
Eröffnung der Sternwarte der Universität Bayreuth mit Öffentlicher Führung
Mittwoch, 16. September, 12:30 Uhr
Treffpunkt: Haupteingang des Ökologisch Botanischen Gartens (ÖBG) der Universität Bayreuth
(Von dort gemeinsamer Weg zur Sternwarte auf den südlichen Versuchsfreiflächen des Gartens)
Die Eröffnung findet im Rahmen einer öffentlichen Führung statt, bei der über den Bau, die Ausstattung und natürlich auch die Einsatzmöglichkeiten der Sternwarte berichtet wird. Außerdem werden die ersten beiden Studierenden dabei sein, die von ihren ersten Erfahrungen mit der Sternwarte und ihrer Bedienung berichten können.
Bei geeigneten Wetterbedingungen besteht zudem die Möglichkeit, die Sonne live durch die Instrumente der Sternwarte zu beobachten.
Die Sternwarte der Universität Bayreuth, auf dem Südgelände des Ökologisch-Botanischen Gartens. - © Dr. Thorsten Schumacher, Universität Bayreuth
Herzstück der Sternwarte ist ein vollautomatisiertes Teleskop mit einem farbkorrigierten Weitfeld-Apochromaten und einer präzisen, computergesteuerten Montierung. Das Teleskop lässt sich mit verschiedenen gekühlten Kamerasensoren sowie einem Breitband- oder einem hochauflösenden Spektrometer kombinieren. Dadurch können unterschiedliche astronomische Phänomene beobachtet, digital erfasst und analysiert werden. Die Sternwarte wird vollständig remote betrieben, sodass Studierende Beobachtungen unabhängig von Jahreszeit und Außentemperatur von Zuhause aus durchführen können.
Neben dem Einsatz in Vorlesungen und einem neuen Projektpraktikum im Physikalischen Grundpraktikum ist die Sternwarte auch für das Fortgeschrittenenpraktikum vorgesehen. Darüber hinaus können Studierende im Rahmen einer Astro-AG eigene Forschungsideen entwickeln und umsetzen. Die flexible Kombination der Instrumente und Detektoren ermöglicht dabei vielfältige Projekte, von der Untersuchung von Doppelsternsystemen über die Analyse der Zusammensetzung von Planetenatmosphären bis hin zum Nachweis von Exoplanetentransits. Im Mittelpunkt steht dabei stets die selbstständige Planung und Durchführung der Messungen sowie die anschließende digitale Verarbeitung und physikalische Auswertung der Daten.
Die Andromeda-Galaxie (links) in unserer galaktischen Nachbarschaft sowie der Hantelnebel (rechts), ein planetarischer Nebel, der das Ende eines sonnenähnlichen Sterns zeigt. Beide Bilder wurden von der Sternwarte der Universität Bayreuth aufgenommen. - © Dr. Thorsten Schumacher, Universität Bayreuth
Dr. Thorsten Schumacher, Leiter der Sternwarte, freut sich auf die zukünftigen Projekte und ermutigt an der Teilnahme der Astro-AG um eigene Forschungsideen auszuprobieren: “Mit der Sternwarte bieten wir den Studierenden die Möglichkeit selbstständig in einem faszinierenden Forschungsbereich tätig zu werden. Die Sternwarte ist seit kurzem voll einsatzbereit und die ersten Studierenden haben bereits mit ihr gearbeitet. Ich bin gespannt, welche Projekte die Studierenden mit der Sternwarte umsetzen werden und welche neuen Ideen daraus entstehen.“
Unterstützt wurde die Umsetzung durch Mittel der Studienzuschüsse und in enger, dankbarer Zusammenarbeit mit dem Ökologisch Botanischen Garten, sowie der Kooperation des Bauamts, der Zentralen Technik, der Werkstätten und des IT-Service Zentrums.
Weitere Informationen zur Sternwarte der Universität Bayreuth
https://www.physik.uni-bayreuth.de/sternwarte
Dr. Thorsten Schumacher
Leiter der Sternwarte der Universität Bayreuth
Universität Bayreuth
Lehrstuhl für Experimentalphysik III
E-Mail: thorsten.schumacher@uni-bayreuth.de