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Physikalisches Institut an der Universität Bayreuth

Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik

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Schülerforscherinnen und Schülerforscher trotzen Corona mit Inspiration

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Sieger des Physik-Regionalwettbewerbs am TAO-Schülerforschungszentrum der Universität Bayreuth stehen fest.

Am Wochenende wurden beim GYPT-Regionalwettbewerb an der Uni Bayreuth Teilnehmer für die deutsche Physik-Meisterschaft im März ermittelt. Corona-bedingt wurde der für den 16. Januar auf dem Uni-Campus geplante Wettbewerb auf den 23. Januar und kurzerhand ins Internet verlegt.

„Mit der Durchführung eines Internetwettbewerbs hatten wir noch keine Erfahrung“, so Physik-Professor Walter Zimmermann und Leiter des TAO-Schülerforschungszentrum an der Universität Bayreuth. Für uns stand eine Absage des Wettbewerbs nicht zur Diskussion. Auf den Regionalwettbewerben qualifizieren sich Schülerinnen und Schüler für die nationale Physikmeisterschaften GYPT (German-Young Physicists' Tournament) im März und dann zu den internationalen Physikmeisterschaften IYPT (International Young Physicists' Tournament) im Juli. „Die Forschungsbegeisterung und die Zuversicht der jungen Leute auf dem Weg zu den nächsten Wettbewerbsstufen sollte möglichst nicht ausgebremst werden, auch nicht durch Corona“.

Die Mitglieder des Betreuungsteams am Schülerforschungszentrum Bayreuth (SFZB) Berin Bećić, Sebastian Friedl, Frederik Gareis und Simeon Völkel, früher selbst begeisterte und höchst erfolgreiche Schülerforscher (deutsche Meister 2019, Vizeweltmeister 2019, etc.), setzten „quasi aus dem Stand“ den Wettbewerb auf das Internet um. „Das ist natürlich ein Kompromiss, aber den Charakter der Veranstaltung konnte beibehalten werden“, so Professor Zimmermann. Die Forschungsergebnisse stellen die Schülerinnen und Schüler wie bei einer Wissenschaftskonferenz durch Vorträge in englischer Sprache vor. Deren kritische Diskussion durch andere Wettbewerbsteilnehmer und durch die hochkarätige Jury, ebenfalls in englischer Sprache, spielt auch eine zentrale Rolle. Über die Bewertung beider Teile durch die Jury werden die Sieger ermittelt.

Das TAO-Schülerforschungszentrum möchte Talente frühzeitig für die Wissenschaft entdecken und fördern. „Schülerinnen und Schüler lernen hier am SFZB Teamgeist und sammeln Diskussions- und Vortragserfahrung in englischer Sprache. Sie lernen auch, Forschung erfordert Geduld und Ausdauer, wenn Ergebnisse „nicht gleich vom Himmel fallen“, erläutert Zimmermann. In diesem internationalen Wettbewerb glänzen nicht nur Schülerinnen und Schüler mit Bestnoten in der Schule, sondern auch ÜberzeugungstäterInnen. „Unser Land und die kommende Generation braucht alle diese zuversichtlichen Problemlöserinnen und Problemlöser, denn mit Ansprüchen und Erwartungen wird unsere Zukunft nicht bewältigt“, findet Professor Zimmermann. Das TAO-Schülerforschungszentrum SFZB ist seit mehreren Jahren das erfolgreichste Schülerforschungszentrum in Deutschland, u. a. kommen die Meister- und Vizemeister-Teams 2020 vom SFZ Bayreuth.

Der diesjährige Sieger Tarek Bećić, kommt vom Frankenwald-Gymnasium in Kronach. Letztes Jahr war er noch der jüngste Teilnehmer. Er hat in diesem Jahr mit einer professionellen Hochgeschwindigkeitskamera vom SFZB ein verblüffendes, mit handelsüblichen „tic tac“-Erfrischungsbonbons zu beobachtendes Phänomen aufgeklärt. Fallen harte zylindrische Körper wie „tic tac“ auf einen harten Boden, so springen diese nach dem zweiten Aufprall auf dem Boden oftmals höher zurück als nach dem ersten Aufprall, im Gegensatz zu runden Bällen. Er hat das Phänomen auch mit grundlegenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten, die man gewöhnlich in den ersten drei Semestern eines Physikstudiums lernt, in einem begeisterten Vortrag sehr überzeugend erklärt.

Der Zweitplatzierte Michael Ott kommt vom Augustinus-Gymnasium in Weiden. Er untersuchte die Frage, warum ein um eine senkrechte Achse gedrehter Kreisring, auf dessen Innenseite sich eine Rinne befindet, mit einer Mindestdrehzahl gedreht werden muss, damit sich eine Kugel am tiefsten Punkt in der Rinne entscheidet, ob sie „nach links oder nach rechts“ den tiefsten Punkte der Rinne verlässt und auf einer höheren Lage in der Rinne „Platz nimmt“. Das ist ein grundlegendes „Entscheidungsproblem“ in der Natur, dass er sehr überzeugend untersucht, verstanden und im Vortrag erklärt hat.

Die Drittplatzierte Linda Thumfart kommt ebenfalls vom Augustinus Gymnasium in Weiden. Sie hat sehr eindrucksvoll den Mechanismus erklärt, wie eine handelsübliche Batterie mit zwei Knopfmagneten an den Enden auf einer Alufolie zu rollen beginnt und weshalb die Rollrichtung davon abhängt, mit welchen Polen die Magnete mit der Batterie im Kontakt sind.

Neben diesen drei Siegern qualifizierten sich auch Emma Ingendorf, Michael Eckl und Sebastian Heiss vom Augustinus-Gymnasium in Weiden für die deutschen Physikmeisterschaften GYPT am 6. und 7. März 2021.

„Die sechs Schülerinnen und Schüler werden sich durch die weitere Betreuung durch das SFZB auf die deutschen Physik-Meisterschaften vorbereiten. Ich drücke die Daumen, dass sie bei der Meisterschaft weit kommen und hoffe auch, dass wie die letzten acht Jahre, auch 2021 wieder jemand vom SFZ Bayreuth den Sprung ins fünfköpfige Nationalteam für die internationalen Physikweltmeisterschaften IYPT schafft“, so Professor Zimmermann.


Kontakt:

Prof. Dr. Walter Zimmermann
Theoretische Physik I
95440 Universität Bayreuth
Telefon: +49 (0)921 / 55-5183
E-Mail: walter.zimmermann@uni-bayreuth.de

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