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6. Angebotene Studiengänge

Die allgemeine Hochschulreife oder eine entsprechende fachgebundene Hochschulreife ist die einzige formal notwendige Voraussetzung für die Zulassung zum Physikstudium, doch begünstigen eine ausgeprägte Anlage zum Experimentieren und zum analytischen sowie mathematischen Denken den Erfolg des Studiums wesentlich. Englische Sprachkenntnisse sind spätestens im Hauptstudium erforderlich, weil viele Lehrbücher und nahezu alle Fachzeitschriften in englischer Sprache veröffentlicht werden.

Neben Vorlesungen und Übungen bilden die Praktika einen wesentlichen Bestandteil des Studiums. In ihnen führen die Studierenden Experimente von steigendem Schwierigkeitsgrad durch. Das Anfängerpraktikum an der Universität Bayreuth ist vorlesungsbegleitend aufgebaut, d. h. die Reihenfolge der Experimente entspricht im Wesentlichen dem inhaltlichen Ablauf der Vorlesungen. Dadurch können die Studierenden den Vorlesungsstoff unmittelbar durch eigenes Experimentieren vertiefen.

Korrelator - click to enlarge (63kB) In Bayreuth besteht die Möglichkeit, Physik mit Abschluss Diplom in drei unterschiedlichen Studienrichtungen zu studieren. Daneben werden Studiengänge für das Lehramt an Grund-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien angeboten. Im Diplom-Studiengang schließt sich nach dem Vordiplom das dreisemestrige Fortgeschrittenen-Praktikum an. Es beginnt mit einem Elektronik-Praktikum, das neben herkömmlicher analoger und digitaler Schaltungstechnik auch die Anwendung von Mikroprozessoren einschließt. Im weiteren Verlauf werden moderne physikalische Messmethoden angewandt und eine Reihe wichtiger Effekte untersucht. Zu den ca. 20 Versuchsthemen gehören u. a. Raman-Effekt, Röntgen-Beugung, Elektronen- und Kernspinresonanz, Supraleitung, Laserphysik, Alpha- und Gamma-Spektroskopie und auch ganz aktuelle Gebiete wie etwa der Quanten-Hall-Effekt. Auch im Lehramtsstudiengang mit Physik als vertieftem Fach werden ausgewählte Versuche aus dem Fortgeschrittenen-Praktikum durchgeführt.

In höheren Semestern besteht die Möglichkeit, im Rahmen des Angebotes an Nebenfächern Einblick in benachbarte Gebiete wie Materialwissenschaften, Kristallographie, Geophysik oder Informatik zu gewinnen. In den entsprechenden Instituten kann evtl. auch die Diplomarbeit oder eine Doktorarbeit angefertigt werden. Weiterhin besteht eine Zusammenarbeit der Universität mit dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching.

Die Studiengänge im einzelnen (die jeweiligen Studienpläne sind ebenfalls verfügbar):

a) Diplom-Studiengang Physik, Studienrichtung Physik

Versuchsaufbau - click to enlarge (61kB) NMR-Aufnahme Gehirn - click to enlarge (54kB) Dieser Studiengang bereitet auf die Tätigkeit des Diplom-Physikers in forschungsbezogenen Tätigkeitsfeldern vor. Im Verlauf des Studiums werden Kenntnisse in klassischer experimenteller und theoretischer Physik (Mechanik, Elektrodynamik, Optik, Thermodynamik) und in höherer experimenteller und theoretischer Physik (Quantenmechanik, Festkörperphysik, Atom- und Molekülphysik, Kern- und Elementarteilchenphysik) vermittelt. Daneben führen die Hochschullehrer im Rahmen von Spezialvorlesungen und Seminaren in ihre Forschungsschwerpunkte ein.

Während des Studiums werden Einsichten in die grundlegenden Zusammenhänge der physikalischen Modellvorstellungen zur Beschreibung von Naturvorgängen erworben, daneben Fertigkeiten in der Computer-Programmierung zur Lösung numerischer Aufgaben sowie Fähigkeiten zum Entwurf und Aufbau komplexer Messapparaturen.

Prüfungs- und Studienordnung, Studienplan

b) Diplom-Studiengang Physik, Studienrichtung Technische Physik

Diese Richtung des Diplom-Studienganges Physik bereitet auf die Tätigkeit in überwiegend anwendungsorientierten Berufsfeldern vor. Die Studienrichtung unterscheidet sich von der mehr grundlagenorientierten Studienrichtung Physik wesentlich erst nach dem viersemestrigen Grundstudium. Bis zur Vordiplomprüfung bereitet ein Wechsel der Studienrichtung innerhalb des Studienganges Physik daher keine Schwierigkeiten. In der Studienrichtung Technische Physik wird gesteigerter Wert darauf gelegt, Kenntnisse zu vermitteln in technisch orientierter Physik sowie im Ablauf wirtschaftlicher Entscheidungsprozesse - etwa den Grundzügen einer Kosten-Nutzen-Analyse. Gerade die fachübergreifenden Kenntnisse sind bei einer späteren Berufsausübung in der Industrie von großem Nutzen. Das dreisemestrige Fortgeschrittenen-Praktikum ist bei dieser Studienrichtung vor allem anwendungsorientiert. Speziell hierfür wurde ein sehr gut ausgestattetes Messtechnik-Praktikum eingerichtet, in dem u. a. ein Elektronenmikroskop zur Verfügung steht. Am Ende des Hauptstudiums steht auch hier eine einjährige Diplomarbeit.

Prüfungs- und Studienordnung, Studienplan

c) Diplom-Studiengang Physik, Studienrichtung Biophysik

Myoglobin - click to enlarge (48kB) Diese Richtung des Diplomstudienganges Physik bereitet sowohl auf die Tätigkeit in der Grundlagenforschung als auch in der anwendungsbezogenen Entwicklung vor. Ziel der Studienrichtung ist es, neben einem vollständigen Physikstudium auch Grundkenntnisse aus dem biologischen Bereich zu vermitteln, da diese, wie in der Praxis festgestellt wird, später meist nur schwer erlernt werden. Daher werden die Vorlesungen Biochemie (I, II), Biologie (Zoologie und Botanik als Einführung, Zellbiologie, Genetik) und Biophysik (Molekülstrukturen, Mikroskopie und optische Spektroskopie, Physikalische Aspekte des Zytoskelettes und der Zellkommunikation) angeboten. Diese Vorlesungen ersetzen Wahl- und Spezialvorlesungen der Studienrichtung Physik, so dass die Gesamtstudiendauer mit der des allgemeinen Physikstudiums identisch ist. Die Wahlpflichtfächer sind in einem breiten Spektrum zwischen Physik und Biologie angesiedelt.

Flüssigkristall - click to enlarge (43kB) Rasterkraftmikroskop - click to enlarge (48kB) Da sich diese Studienrichtung von der Studienrichtung Physik wesentlich erst nach dem Grundstudium unterscheidet, ist bis zur Vordiplomprüfung ein Wechsel der Studienrichtung auch hier ohne Schwierigkeiten möglich. Das Fortgeschrittenen-Praktikum besteht bei der Studienrichtung Biophysik zu etwa einem Drittel aus Versuchen, die einen direkten biophysikalischen Bezug haben. Am Ende des Hauptstudiums ist wiederum eine Diplomarbeit vorgesehen.

In der Forschung stellt sich dem Biophysiker eine Fülle von aktuell wichtigen Problemen, die sowohl angewandter als auch theoretischer Natur sein können. Teilgebiete biologischer Forschung wären heute ohne einen Beitrag der Physik nur schwer denkbar, und diese Tendenz wird sich durch eine immer schnellere Übertragung physikalischer Methoden auf biologische Systeme weiter verstärken. Die fachübergreifenden Kenntnisse des Biophysikers sind auch bei einer späteren Berufsausübung in der Industrie von großem Nutzen. Fachkräfte auf diesem Gebiet sind sehr knapp, und der Bedarf ist steigend.

Prüfungs- und Studienordnung, Studienplan

d) Lehramtsstudiengänge

An der Universität Bayreuth werden Lehramtsstudiengänge für Physik an Gymnasium (Physik als vertieftes Fach in Kombination mit Mathematik), Realschule (Physik als nicht vertieftes Fach in Kombination mit Mathematik) und an Grund- und Hauptschulen (Physik als nicht vertieftes Fach oder Didaktikfach) angeboten. Hier wird eine breite fachliche und fachdidaktische Ausbildung vermittelt. Die Veranstaltungen und ihre Inhalte sind durch die Studienordnung und die bayerische Lehramtsprüfungsordnung festgelegt.

Prüfungs- und Studienordnung, Studienplan

 

Studienordnung und Studienpläne sind so gestaltet, dass das Studium zum Wintersemester aufgenommen werden sollte. Die Studienpläne sehen für die Durchführung de Studiums einschließlich der Diplomarbeit zehn Semester vor.

Alle Lehrveranstaltungen der Physik werden im Vorlesungsverzeichnis der Universität geführt, das auch in gedruckter Form erhältlich ist. Außerdem stellt das Physikalische Institut vor jedem Semester ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis im Internet zur Verfügung, welches zusätzliche Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungen enthält.

Darüber hinaus hängen jeweils am Anfang eines Semesters aktuelle Vorlesungsankündigungen mit Änderungen, Ergänzungen und Kommentaren an den Schwarzen Brettern in den Gebäuden NW I und NW II aus. Für Studienanfänger findet im Wintersemester am ersten Tag der Vorlesungszeit eine Einführungsveranstaltung statt.

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