Glänzende Berufsaussichten

Physikerinnen und Physiker sind auf dem Arbeitsmarkt aufgrund ihrer universellen Ausbildung ("Physik ist überall") begehrt und dies weitgehend unabhängig von kurzlebigen Modetrends, denn Naturgesetze sind immer wichtig. Ein Physikstudium bereitet auf vielfältige Tätigkeitsbereiche vor und eröffnet vielfältige Karrieremöglichkeiten. Diese bieten sich zum großen Teil in physikalischen, chemischen, biologischen und medizinischen Forschungsinstituten wie der Max-Planck-Gesellschaft, den Fraunhofer-Instituten oder in Entwicklungsabteilungen der Industrie. Physiker arbeiten oft in Hightechbranchen, etwa in der optischen Industrie, im Maschinenbau, in der chemischen Industrie oder auch in der Mikroelektronik. Sehr oft wirken sie in Forschungsabteilungen an der Entstehung neuer Produkte und Produktionsverfahren mit. Wer nach dem Studium mehr mit mathematischen Modellen und Computeranwendungen arbeiten möchte, findet auch in Forschungsinstituten, Entwicklungsabteilungen, aber auch bei Banken, im Marketing und in EDV-Bereichen passende Jobs. Zahlreiche Physiker werden aufgrund ihrer breiten Ausbildung Patentanwälte oder punkten auf strategischen Arbeitsfeldern bei Unternehmensberatungen oder im Management, weil Physiker komplexe Aufgaben systematisch zu bearbeiten gelernt haben.

Physiker arbeiten auch forschend und beratend auf Gebieten, auf denen physikalische Denk- oder Meßmethoden angewendet werden, wie zum Beispiel in Astronomie, Meteorologie, Geophysik, Ozeanographie, Chemie, Biologie, Materialwissenschaften, Medizintechnik, Datenverarbeitung, sowie als Medizinphysiker an den Kliniken, zumeist im Team mit Absolventinnen und Absolventen anderer Fachrichtungen. Nicht zuletzt sind Physiker auch für die Lehre dieses Faches an Fachhochschulen und Universitäten verantwortlich; auch in anderen lehrbezogenen Tätigkeitsfeldern, wie der innerbetrieblichen Fortbildung, der Erwachsenenbildung, aber auch im Wissenschaftsjournalismus werden Physiker und Physikerinnen eingesetzt.

Kennzeichnend für den Beruf der Physikerin oder des Physikers ist die große Vielfalt möglicher Arbeitsbereiche. Die Physikerinnen und Physiker sind aufgrund ihrer breit angelegten Ausbildung in einem in viele Bereiche hinein relevanten Grundlagenfach prädestiniert auch für den Einsatz in Gebieten, in denen entweder noch keine eigenen Ausbildungsgänge bestehen oder in denen der Bedarf durch die in diesem Gebiet Ausgebildeten nicht gedeckt werden kann. In der Vergangenheit waren solche Gebiete z.B. Elektrotechnik, Physikalische Chemie, Biowissenschaften und Informatik. Oft haben auch Professoren auf diesen genannten Gebieten Physik studiert. Physikerinnen und Physiker werden nicht zuletzt dort benötigt, wo naturwissenschaftliche Fragestellungen auftreten, die sich einer Lösung mit herkömmlichen Methoden noch verschließen.

Angesichts dieser Vielfalt an Berufsfeldern, kann man Physiker als Multitalente des Arbeitsmarktes bezeichnen (Beate Raabe von der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung). Methodik macht flexibel, denn Physiker haben im Studium Methodik und deren Anwendung gelernt, wissen also, an konkrete Probleme vernünftig heranzugehen. Das ist ein absoluter Vorteil, denn sie sind in unterschiedlichen Branchen einsetzbar (Dr. U. Weigelt, Patentanwalt in München), während Ingenieure für spezielle Fachgebiete und Positionen optimal ausgebildet sind. Komplexe Sachverhalte zu durchdringen und analytisch zu denken, das wird unserer Überzeugung nach durch das Physik-Studium stärker gefördert als durch irgendein anderes Studium, so Dr. Martin Möhrle von Deutsche Bank AG.

Im Uni-Spiegel vom 28.2.2008 wurde u.a. über die Einkommenssituation bei Unternehmensberatungen wie folgt berichtet, einem Bereich, in dem auch zahlreich Physiker beschäftigt sind. "Am besten bezahlt werden jedoch Naturwissenschaftler. Sie erzielen bei Unternehmensberatungen Einstiegsgehälter in Höhe von rund 60.000 Euro jährlich. Damit verdienen sie deutlich mehr als Juristen (53.000 Euro) und Ingenieure, Informatiker und Betriebswirte (rund 47.000 Euro), die in die Beratungsbranche einsteigen."

Einige Beispiele von ehemaligen Studierenden der Physik, die heute in ganz unterschiedlichen führenden Positionen tätig sind, wie Eberhard Bodenschatz, Hermann Riecke, Wolfgang Brütting (Bayreuther Absolventen), Jürgen Kluge oder Tobias Bonhoeffer, verdeutlichen nochmals exemplarisch die vielseitigen Werdegänge nach einer Physikausbildung.

 

 

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Physikalisches Institut der Universität Bayreuth -